Wie legst du den Preis für deine handgefertigten Produkte fest?
Hallo zusammen, willkommen zu diesem neuen Artikel! Wenn du handwerklich arbeitest und Dinge von Hand fertigst, stellst du dir vermutlich immer wieder dieselbe Frage: Zu welchem Preis solltest du deine Produkte verkaufen? Was darf ein handgefertigtes Stück kosten? Wie berechnet man den richtigen Preis für Handarbeit? Ob Paracord-Armbänder, Schmuck aus Resin, Duftkerzen, personalisierte Gastgeschenke, Makramee-Arbeiten, Holzskulpturen, bedruckte Tassen, handgemalte Bilder, Lederaccessoires oder jede andere handgefertigte Kreation — der richtige Preis ist entscheidend, um angemessen zu verdienen und deine Arbeit wertzuschätzen. Einen angemessenen Preis festzulegen heißt nicht nur, die Kosten zu decken, sondern auch der eigenen Zeit und Kreativität einen Wert zu geben, statt die eigene Arbeit unter Wert zu verkaufen. In diesem Artikel erkläre ich dir aus meiner Erfahrung, wie du deine handgefertigten Produkte bepreist, und welche Strategie ich 2015 gewählt habe, als ich als Hobbyist anfing, Paracord-Accessoires herzustellen.
Wer bin ich?
Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich heiße Vincenzo und bin der Gründer von Black Squirrel Paracord Italia, einem Online-Shop für Materialien und Zubehör zur Herstellung von Paracord-Armbändern und -Schlüsselanhängern. Paracord, kurz für „parachute cord“, ist eine äußerst reißfeste Nylonschnur, die ursprünglich in Militärfallschirmen verwendet wurde. Dank ihrer Robustheit und Vielseitigkeit ist sie im Handwerk zu einem sehr geschätzten Material geworden, um praktische und zugleich schöne Accessoires zu fertigen. Diese besondere Schnur erlaubt einzigartige und haltbare Geflechte.
Wie man den Preis eines handgefertigten Produkts berechnet
Der Preis eines handgemachten Accessoires lässt sich auf sehr verschiedene Arten bestimmen. Die erste Frage lautet: Wie gehe ich diese Tätigkeit an?
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Mache ich das als Hobby? (Märkte, Verkauf an Freunde und Verwandte)
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Will ich mir etwas dazuverdienen?
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Baue ich ein Gewerbe mit Steuernummer auf?
Je nach Situation fallen die Kosten des fertigen Produkts anders aus. Als Hobbyist gibt es im Wesentlichen zwei Posten: die Materialkosten und die Zeit, die die Herstellung braucht. Dazu können Verpackungskosten kommen. Bei einem strukturierten Betrieb sind dagegen Miete, Steuern, Personal, Lieferanten und weitere Fixkosten zu berücksichtigen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Absatzmarkt. Verkaufst du über Plattformen wie Etsy oder über soziale Netzwerke, musst du deren Gebühren einrechnen. Hast du einen eigenen Online-Shop, kommen die Kosten für Betrieb und Werbung hinzu.
Ein praktisches Rechenbeispiel
Sehen wir uns einen konkreten Fall an: ein Cobra-Armband, eines der verbreitetsten Modelle unter den Paracord-Armbändern. Das Beispiel gilt für den Verkauf als Hobbyist, also ohne Betrieb und ohne Steuernummer, und zeigt, wie man einen angemessenen Preis allein aus Material- und Arbeitskosten ableitet.
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Materialkosten
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Paracord: 0,60 € pro Meter
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Länge des Armbands: 2,5 Meter
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Kosten für das Paracord: 1,50 €
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Schnalle: 0,30 €
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Material gesamt: 1,80 €
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Arbeitskosten
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Angenommener Stundensatz: 14 € pro Stunde
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1 Stunde = 60 Minuten
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0,24 € pro Minute
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Fertigungszeit: 15 Minuten
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Arbeitskosten: 3,60 €
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Gesamtpreis: 1,80 € (Material) + 3,60 € (Arbeit) = 5,40 €
Um eine Marge zu erzielen, rundet man den Preis üblicherweise auf. In diesem Fall könnte man das Armband für 6 € verkaufen.
Kommt eine personalisierte Verpackung für 1 € hinzu, wäre es zu kurz gedacht, den Preis nur um diesen Betrag zu erhöhen: Man könnte auf 8–10 € gehen. Eine ansprechende Verpackung macht das Produkt attraktiver — für den Käufer wie für den Beschenkten.
Fertigen wir das Stück nicht selbst, kommt neben den Arbeitskosten für den Hersteller auch die Handelsspanne hinzu, die wir für unseren eigenen Gewinn ansetzen wollen.
Möchtest du meine Geschichte kennenlernen?
In diesem Video erzähle ich dir, wie ich am Anfang die Preise für meine Produkte festgelegt habe und mit welcher Strategie ich 2015 mein Handwerksgeschäft aufgebaut habe. Auf dem Kanal findest du außerdem viele ausführliche Tutorials, wie man Armbänder, Schlüsselanhänger und andere Accessoires aus Paracord, Microcord und vielem mehr knüpft!
Weitere Preismethoden
Neben der kostenbasierten Methode gibt es weitere Strategien, um den Preis deiner Produkte zu bestimmen:
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Marktorientierter Preis: die Preise vergleichbarer Produkte analysieren und sich entsprechend positionieren.
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Wahrgenommener Wert: der Wert, den der Kunde dem Produkt beimisst — Exklusivität, Qualität und Handarbeit eingeschlossen.
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Dynamischer Preis: den Preis je nach Nachfrage oder Anlass anpassen (saisonale Rabatte, Sonderaktionen).
Wenn du stark personalisierte Produkte fertigst, kannst du mehr verlangen als für Standardware. Personalisierung erhöht den wahrgenommenen Wert und hebt dich vom Wettbewerb ab.
Wie wichtig die Anfangsstrategie ist
Als ich 2015 anfing, war ich Hobbyist und verkaufte die ersten Armbänder zu sehr niedrigen Preisen (2–3 €), ganz auf Mundpropaganda setzend. Da ich Airsoft spielte, war meine Zielgruppe von vornherein klar umrissen, und meine Teamkollegen waren die ersten Kunden.
Mit niedrigen Preisen machte ich das Produkt bekannt. Als die Nachfrage stieg, habe ich die Preise Schritt für Schritt angehoben — bei gleichem Aufwand und gleichem Materialeinsatz, aber höherem Gewinn.
Wenn du Handarbeit auf Bestellung verkaufst, kannst du es ähnlich machen: mit wettbewerbsfähigen Preisen starten und sie mit wachsendem Kundenstamm allmählich erhöhen.
Fazit
Heute, nach zehn Jahren, fertige ich keine Armbänder mehr selbst, sondern verkaufe ausschließlich die Materialien. Diese Strategie hat mir aber erlaubt zu wachsen und aus einer Leidenschaft ein echtes Geschäft zu machen.
Wenn du handgefertigte Produkte erfolgreich verkaufen willst, musst du nicht nur die Kosten berücksichtigen, sondern auch den Wert, den deine Kunden wahrnehmen. Verkaufe deine Arbeit nicht unter Wert: Deinen Kreationen den richtigen Preis zu geben heißt, dein Handwerk wertzuschätzen und dir auf Dauer einen tragfähigen Verdienst zu sichern.
Wenn ihr tiefer einsteigen oder weitere Tipps möchtet, hinterlasst einen Kommentar und besucht meine Seite: www.paracorditalia.com!
Bis zum nächsten Mal!
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